Ich habe am 30.01.2017 eine Fortsetzung über meinen Werdegang hinsichtlich des Laufens und meiner Gewichtsreduktion geschrieben und eine weitere Fortsetzung angekündigt. Ich sage meinen Kindern immer: “Was man verspricht, muss man auch halten”! Daher möchte ich an dieser Stelle mein Versprechen einlösen.

Ich hatte ja erwähnt, dass mein erstes großes Ziel das Erreichen der 100 kg Marke war und das ich dieses Ziel auch erreicht habe. Ich weiß sogar noch ganz genau den Tag dieses Erfolgserlebnisses, aber dazu komme ich im späteren Verlauf.
Auf dem Weg zu meinem Ziel hatte ich, ich will es jetzt nicht Rückschläge nennen, aber mit so einigen Situationen zu kämpfen, die mich durchaus auch hätten demotivieren können. Es fing an beim ewigen Kaufen neuer Klamotten. Ist ja an sich eine schöne Situation, wenn die Hosen und Hemden plötzlich zu groß sind, nur kann man damit nicht unbedingt lange auf die Strassen gehen, denn toll aussehen tut das nicht. Nun dann, es war erforderlich, häufiger als gewohnt, in neue Klamotten zu investieren.

Ein weiteres Problem war das stagnieren des Gewichtes. Ich war der festen Überzeugung, nichts an meinem “Tun” geändert zu haben, dennoch hatte ich Zeiten, an denen ich keinen Gramm Gewicht abgenommen habe. Unterm Strich war es toll, nicht zuzunehmen, doch das war ja erstmal nicht mein Ziel. Ich wollte die 100 kg Marke knacken. Einige kennen es vielleicht, und zwar wird immer am 03. Oktober der Köhlbrandbrückenlauf in Hamburg veranstaltet. Am 5. Köhlbrandbrückenlauf, der im Oktober 2015 stattfand, habe ich geplant das erste Mal teilzunehmen. Ich war mir sicher, dass es doch für mich möglich sein muss, zweimal über diese doch sehr hohe Brücke zu laufen. Also meldete ich mich ohne viel darüber nachzudenken an. Wer es nicht weiß, insgesamt beträgt die Distanz des Laufes 12 km. Man läuft einem rüber, dreht an der Wendemarke um, trinkt einen Schluck und dann gehts wieder zurück. Wahnsinn diese Belastung! Aber das Gute ist, ich habe es geschafft und im letzten Jahr sogar knapp 12 Minuten schneller als in 2015. Warum erzähle ich das? Ganz einfach, am Morgen des 03. Oktobers 2015 stellte ich mich auf die Waage und musste mit Freude feststellen, dass ich mein Ziel erreicht habe. 99,7 kg zeigte mir die Waage an. Was für eine Freude kann ich dir sagen. Wenn ich richtig gerechnet habe, hat es fast genau 2 Jahre und 10 Monate gedauert, von über 140 kg auf 100 kg runter zu kommen. Klasse oder? Ich war stolz auf mich!

Und, sollte ich mich auf diesem Erfolg nun ausruhen? Natürlich nicht! Also ging es weiter, mein nächstes Ziel waren die 95 kg. Ich nehme es gleich wieder vorweg, auch dieses Ziel habe ich erreicht.

Ich habe ja eben etwas davon erzählt, ewig neue Klamotten kaufen zu müssen. Da fällt mir doch glatt ein, welche Jeansgröße ich zu Spitzenzeiten trug. 2012 war ich mit einem Freund in New York. Und wie es oftmals so ist, wenn man in den USA ist, man kauft Klamotten ein. 2012 hat es sich zumindest noch gelohnt. Angekommen in einem Outlet in New Jersey, habe ich mich gleich mit feinsten Jeanshosen eingedeckt. Ich weiß es noch, drei Hosen kaufen und eine davon gab es umsonst dazu. Und wo kann man wunderbar große Größen kaufen? Na klar, in den USA. In Deutschland war es so manches Mal nicht einfach, die Größen zu kaufen, die ich benötigte. Und jetzt kommt es, ich trug seinerzeit Größe 44   😮  ja, du liest richtig, 44! Es war so herrlich, ich habe im Outlet fast jede Größe bekommen können ohne lange suchen zu müssen. Aber weißt du was, heute mit Jeans Größe 34 finde ich sogar hier in Deutschland an jeder Ecke eine Hose für mich, also hat sich das Abnehmen doch mindestens schon doppelt gelohnt. Ich fühle mich besser und muss nicht mehr in die USA und Übergrößen kaufen. Ach was schreibe ich, es hat sich weit aus mehr als doppelt gelohnt. Mein Selbstbewusstsein ist gestiegen, ich bin gesünder und beweglicher und meine Lebensqualität ist so hoch wie nie zuvor.

vergleich

Zwischen diesen beiden Fotos liegen etwa 50 kg

Es hat ewig gedauert, bis ich es endlich geschafft habe, auch tatsächlich durchzuhalten! Ich weiß nicht, wie oft ich in den ganzen letzten Jahren versucht habe ein paar Kilos abzunehmen. Selbstverständlich hat es immer mal funktioniert. Mal waren es 3 kg, ein anderes Mal waren es dann 5 kg und so weiter und so fort. Aber weißt du was, Menschen sind doch in der Regel einfach nur faul und dazu zähle ich auch mich. Wohlfühlen ohne etwas dafür zu tun, dass ist doch was. Aber mal ganz ehrlich, das ist doch gar nicht möglich, zumindest nicht auf Dauer. Wenn ich an damalige Zeiten zurückdenke, dann war es herrlich, abends auf dem Sofa zu sitzen, eine Schüssel Chips auf dem Schoß, vielleicht sogar noch etwas Schokolade und bevor ich es vergesse, Wasser habe ich nicht getrunken, sondern eher Eistee. Und was habe ich mich gut gefühlt – für den Moment. Aber es dauerte immer nicht lange und der nächste Morgen war da. Und, war irgendwas anders als die Morgende zuvor? Nein, nicht im Geringsten. Eigentlich müsste ich mir vor Augen führen was ich am Abend zuvor an ungesunden, fetthaltigen und nicht zu letzt kalorienreichen Dingen zu mir genommen habe und was das auf mich und meine Gesundheit für Auswirkungen hatte. Aber da ich diese Gedanken schon ewig nicht mehr hatte, war es mal wieder egal. Gut, mit der Zeit musste ich den Gürtel ein Loch größer stellen, aber es gab schlimmeres. Wie konnte es soweit kommen, dass mir meine Gesundheit praktisch egal war? Gute Frage. Ich behaupte, da kommen wir wieder zum Thema Bequemlichkeit und Faulheit. Ich glaube, man könnte es auch damit bezeichnen, dass ich mich in einer s. g, Komfortzone befand. Ich bin ehrlich, diese Komfortzone war nur so lange total toll, bis ich mir dann doch hin und wieder vor Augen geführt habe, dass ich mir auf lange Sicht keinen Gefallen damit tun würde. Aber dieser Gedanke reichte leider nicht aus, um endlich etwas zu ändern.

In einem der nächsten Beiträge berichte ich davon, was der Auslöser dafür war, mich endlich zusammenzureißen und wie ich den Sprung vom Sofa in mein neues Leben geschafft habe und wer mich letztlich, ohne überhaupt mit mir gesprochen zu haben, motiviert hat.